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Du befindest dich in der Kategorie: Altenpflege - wieder ist etwas passiert

Dienstag, 31. März 2009
Verdacht auf Apoplex ceribri und eine Schädelprellung
Von 24hAltenpflege, 21:43

Die letzten zwei von sieben Spätdiensten waren doch zum Schluß etwas heftiger.
Aber erzählen muss ich wohl der Reihe nach.

Gestern 18.45 Uhr, Kollegen des oberen Wohnbereiches riefen mich hoch in den Speiseraum.
Folgende Situation fand ich vor:

Über 90 Jährige Bewohnerin saß am Tisch, Hautfarbe gräulich zyanotisch, Atmung vorhanden, nicht ansprechbar, apathisch mit offenen ausdruckslosen Augen, seitengleicher druck in händen nicht vorhanden, herabhängender linker Mundwinkel, dazupassende lähmungserscheinungen der linken körperhälfte. anfänglich keine rr werte ermittelbar, puls tastbar aber schwach und bei 40

Schnell die 112 gewählt "Verdacht auf Apoplex ceribri (Schlaganfall)"

Ich gabe Anweisung, die anderen Bewohner, die noch an den Tischen saßen, auf die Zimmer zu begleiten.

Danach starker Speichelfluss, obere Prothese kippte runter und Bew, drohte zu ersticken. Die Prothese entfernte ich und zu zweit legten wir die Bew. in die stabile Seitenlage. RR Kontrolle nach ca. 5 Minuten möglich 100/60, aber immer noch sehr schlecht hörbar. Bew. wurde wieder wacher.
IRLS erneut informiert, dass Zustand stabil.
Zwei Minuten später kamen die Kollegen vom Rettungsdienst.

RettAss: "Was habt ihr denn für uns? Einen Apoplex?"
Ich: "Ja, verdacht auf."
Da schaltete sich die Bewohnerin ein:
 Bewohnerin:"Wieso liege ich auf dem Boden?"
RettAss:"ja, wieso liegt sie denn auf dem Boden??"
Ich: "Bew. drohte am Speichel zu ersticken."
RettAss: "Welche Symptome deuteten denn auf einen Apoplex und wieso keine Synkope?"
Ich: "Herabhengender Mundwinkel, Halbseitenlähmung, kein seitengleicher Handdruck"
RettAss: "Das hast du schon gemacht?"
Ich: "Ja, wieso nicht?"
RettAss: "Das ist gut und der RR?"
Ich: "100/60 vor etwa fünf Minuten. Aber ehrlich, konnte ihn schlecht hören."
RettAss: "Das ist doch okay."
Bewohnerin: Ich will aber nicht ins Krankenhaus, können sie mich nicht auch hier versorgen?"
RettAss:"Nur zur Überprüfung, wenn nichts ist, sind sie später wieder hier."
ich: "Es dient ja nur zur Kontrolle, nicht das es ihnen später noch schlechter geht."
Das beruhigte die Bewohnerin und sie ließ sich auf die Trage legen.

Eine Stunde später wurde ich erneut hoch gerufen.
Eine Bewohnerin war gefallen und hatte eine Hufeisenförmige oberflächliche Hautablederung am rechten Unterschenkel.
Nach einem Bodycheck versorgte ich die inzwischen nur noch gering blutende Wunde mit Sofratüll Gaze, Kompresse und Mullkompresse und füllte anschließend ein Sturzereignissprotokoll aus.
Bew. hatte keine weiteren Beschwerden und verblieb im Haus.

Heute um kurz vor acht war ich auf dem unteren Wohnbereich, wo mich dann die Kollegen hoch riefen, da eine Bewohnerin gestürzt war.

So fand ich Bewohnerin vor:
Bewohnerin über 90 Jahren saß an der Zimmertür gelehnt. Auf der linken Stirnseite hatte sich eine Tennisball große Schwellung mit Hämatom gebildet, darüber eine oberflächliche Hautabschürfung.
Keine weiteren Verletzungen feststellbar nach Bodycheck. Schwellung wurde gekühlt und ein RTW angefordert um ein SHT ab II Grades auszuschließen.
Die Rettungsassistenten waren nach nicht mal fünf Minuten da.
Ich gab Auskunft und die Bewohnerin wurde zur Kontrolle mitgenommen.
Bewohnerin machte sich lediglich über die Kosten sorgen. Da konnten wir sie aber beruhigen .

Dann waren wir vor der Übergabe am Essen, da schallte ein dumpfer Knall zu uns hoch mit lautem Scheppern.
Die bereits anwesende Nachtwache ging zum Fenster und brach in Lachen aus.
Sie: "Wie kann man nur die Ampfel einfach umfahren!"
Wir also auch aufgestanden und geguckt, da verging auch der Nachtwache das Lachen. Auslöser des Unfalles war ein Junge, der bei Rot über die Strasse gegangen ist. Die Autofahrerin wich aus und knallte frontal gegen den Ampelmast und dieser wurde umgeknickt.
Eine Passantin machte dem Jungen von ca. 8/9 Jahren vorwürfe, dass man nicht über Rot gehen kann. Dieser schluchzte sehr laut und meinte immer wieder, dass er das doch nicht wollte.
Schnell war die Pol und auch der RTW da. Der Junge stand sichtbar unter Schock und Mitarbeiter des unteren Wohnbereiches brachten ihn ins Foyer, dort wurde er dann von einem RettAss betreut, bis seine Mutter kam.

Zum Glück war es nur ein Blechschaden und es wurde keiner weiter verletzt, doch der Junge wird sicherlich nie mehr bei roter Ampel die Strasse überqueren.

Als meine Kollegin und ich um 21.00 Uhr das Haus verliessen, stand das Unfallfahrzeug immer noch da und nur ein Wagen der Pol. war noch zur Absicherung da.

Ach ja und der gestrige Verdacht auf Apoplex war auch ein kleiner.

 Das waren die letzten beiden Spätdienste und ich bin froh, dass ich morgen frei habe.
Liebe Grüße und allen eine gute Nacht.
die Blutgräfin

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